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Scharfe Kritik der AWO an Plänen zur Streichung des Bundesprogramms Sprach-Kitas

Berlin, den 21.07.2022. Das Bundesfamilienministerium hat Anfang Juli überraschend mitgeteilt, das Programm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ nicht fortführen zu wollen. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung wurde hingegen die Verstetigung des Programms versprochen. Selvi Naidu, Vorstandsmitglied des AWO Bundesverbandes, führt dazu aus:

„Die Förderung von Kindern mit sprachlichem Förderbedarf unterstützt die Bildungsarbeit in den Kitas erheblich und ist ein ganz zentraler Aspekt auf dem Weg zur Chancengleichheit der Kinder. Das überraschende Aus für das Bundesprogramm Sprach-Kitas würde bedeuten, dass qualifizierte und dringend benötigte Fachkräfte in der sprachlichen Bildungsarbeit fehlen würden – und dies zu einem Zeitpunkt, zu dem Förderbedarf und Benachteiligung während der Corona-Pandemie oftmals gewachsen sind. Das ist nicht zu Ende gedacht. Die AWO wird sich dafür einsetzen, dass die Sprachförderung weiterhin vom Bund gefördert wird. Es ist vollkommen unverständlich, dass gerade dieses nachweislich wirkungsvolle Programm gestrichen werden soll. Der AWO Bundesverband fordert die Bundesregierung vielmehr auf, das Programm auszubauen und in den nächsten Jahren zu verstetigen, und es auch nicht allein den Ländern zu überlassen, zusätzliche Mittel in die Sprachförderung von Kindern zu investieren.“

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AWO zu Kindergelderhöhung: Keine Entlastung für die Ärmsten

Berlin, den 19.07.2022. Bundesfamilienministerin Paus hat angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten eine Erhöhung des Kindergeldes in Aussicht gestellt. Dazu erklärt Selvi Naidu, Mitglied des AWO Bundesvorstandes:

„Gut, dass von Armut bedrohte Kinder in diesen Krisenzeiten nicht vergessen werden. Dennoch: Die angedachte Erhöhung des Kindergeldes mag eine erfreuliche Geste sein. Sie ist aber keine wirkungsvolle Maßnahme, um alle armutsgefährdeten Kinder zu schützen. Familien im unteren Einkommensbereich würden zwar profitieren – und das ist gut so! – aber Kindergeld wird auf Leistungen der Grundsicherung angerechnet. Die Ärmsten, die am dringendsten Unterstützung brauchen, würden also leer ausgehen.

Warum wird nicht stattdessen schneller die Kindergrundsicherung umgesetzt? Die Sozial- und Wohlfahrtsverbände haben sehr gute Konzepte vorgelegt, sie ist politisch beschlossene Sache und würde tatsächlich alle betroffenen Familien entlasten. Die schnelle Einführung einer einkommensabhängigen Kindergrundsicherung, die allen jungen Menschen ein Aufwachsen in Wohlergehen ermöglicht, muss jetzt oberste Priorität haben. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Höhe der neuen Leistung die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen wirklich deckt, der monatliche Sofortzuschlag für arme Kinder in Höhe von 20€ kann hierbei nur ein erster Schritt sein, dem schnell weitere Taten folgen müssen.“

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Wegweiser der AWO Rhein-Oberberg beteiligt sich an Aktion gegen antimuslimischen Rassismus

Initiiert von der Integrationsbeauftragten der Stadt Bergisch Gladbach, Sabah Chabari, waren das Team von „Wegweiser“ der AWO Rhein-Oberberg, der Jugendmigrationsdienst Rhein-Berg, die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit im Rheinisch-Bergischen der Diakonie Leverkusen, der Fachdienst Integration und Migration der Caritas Rhein-Berg mit einem Infostand auf dem Marktplatz in Bergisch Gladbach vertreten.

IMG 3526 (v.l.n.r.: Yaser Abu-Hantash (Respekt Coach Jugendmigrationsdienst Rhein-Berg), Sabah Chahbari (Integrationsbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach), Sabine Kall (Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit im Rheinisch-Bergischen der Diakonie Leverkusen), Rolf Stude (Integrationsagentur Caritas Rhein-Berg), Dana Harms (Referentin Kampagne vielfalt.vielwert der Caritas Rhein-Berg) und Veronika Heiligmann (Integrationsdienst Caritas Rhein-Berg und Diakonie Leverkusen)

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Neben Informationen zu Rassismus und antimuslimischem Rassismus konnten Besucher*innen des Infostandes am Marktplatz in Bergisch Gladbach mehr über die vielfältigen Programme und Organisationen im Rheinisch-Bergischen Kreis erfahren. Auch sind die Vertreter*innen der Stadt, Sozialverbände und Dienste mit den Menschen in den Austausch gegangen und haben u.a. durch große Aufsteller und Flyer darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es für unsere Gesellschaft ist, diskriminierenden Denk- und Verhaltensweisen Muslim*innen oder Menschen, die als Muslim*innen wahrgenommen werden, entgegenzuwirken.

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Die Aktion fand im Rahmen der Aktionswoche gegen antimuslimischen Rassismus statt. Hintergrund ist der Mord an Marwa El-Sherbini am 1. Juli 2009, die aus antimuslimischen Motiven im Dresdener Landgericht getötet wurde.

Ein Jahr nach dem Hochwasser im Westen Deutschlands Die AWO steht den Menschen zur Seite – auch weiterhin

Berlin, 7. Juli 2022. Die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hinterließ im Juli 2021 eine Spur der Verwüstung: Mehr als 180 Menschen kamen ums Leben, Tausende verloren ihr Zuhause. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) war in der Nothilfe aktiv und lässt die Menschen auch ein Jahr später nicht im Stich.

Gemeinsam mit dem AWO Bundesverband und den Bezirksverbänden Rheinland, Mittelrhein, Niederrhein und Westliches Westfalen war AWO International mit schneller Nothilfe zur Stelle und bietet auch langfristige Unterstützung für Betroffene. Die Leistungen umfassen alle drei Phasen der humanitären Hilfe: Nothilfe, mittelfristige Hilfe und langfristige Wiederaufbauhilfen. In den Tagen und Wochen nach der Katastrophe stellten zahlreiche AWO-Einrichtungen Mitarbeiter*innen vom Dienst frei, damit diese sofort vor Ort helfen konnten. Parallel begannen die Vorbereitungen für finanzielle Soforthilfen an Betroffene in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2021 hat die AWO mehr als 12 Millionen Euro Soforthilfen an über 7.500 Haushalte ausgezahlt.

In der zweiten Phase der Fluthilfe fokussierte die AWO sich darauf, langfristige Beratungsstrukturen zu schaffen und psychosoziale Unterstützungsangebote auszubauen. In acht Fluthilfebüros in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie durch mobile Teams unterstützte die AWO Betroffene dabei, staatliche Haushalts- und Wiederaufbauhilfen zu beantragen. Darüber hinaus wurden Freizeit- und Erholungsangebote für die Betroffenen geschaffen. Während die Maßnahmen aus der zweiten Phase fortgesetzt werden, hilft die AWO inzwischen verstärkt beim Wiederaufbau. Einen Schwerpunkt bilden dabei finanzielle Einzelfallhilfen. Durch Spenden von Aktion Deutschland Hilft unterstützt die AWO vom Hochwasser Betroffene beispielsweise dabei, den notwendigen Eigenanteil bei den staatlichen Wiederaufbauhilfen zu stemmen.

Ein Jahr nach der Katastrophe hat die AWO viel geschafft: Bis Ende Mai erreichte die AWO mit 267 Helfer*innen über 20.000 Menschen in 94 Orten. „Die beeindruckende Solidarität und Spendenbereitschaft in der Bevölkerung hat diese Hilfe ermöglicht“, sagt Rudi Frick, Vorstandsvorsitzender von AWO International. „Wir danken allen Helfer*innen und Spender*innen von ganzem Herzen für diese Unterstützung.“ Gleichzeitig fordert Frick die Politik auf, die Überflutungen als Weckruf ernst zu nehmen: „Unsere praktischen Zeichen der Solidarität mit den Menschen vor Ort bedürfen angesichts der Katastrophe einer zukunftsgerichteten Ergänzung“, so Frick. „Es braucht eine entschiedene Politik, die den Klimawandel mit seinen dramatischen Auswirkungen ernst nimmt und nicht länger dabei stehen bleibt, politische Ziele zu verkünden. Wir müssen endlich tatkräftig den ökologischen Umbau unserer Gesellschaft sozial gerecht vorantreiben. Außerdem müssen wir uns auch in Deutschland auf weitere Katastrophen vorbereiten.“

 

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AWO Jugendberatung Bergisch Gladbach veranstaltet Graffiti-Workshop zum Thema Demokratie

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In diesem Jahr widmete sich die AWO Aktionswoche vom 18. – 25. Juni 2022 dem Thema Demokratieförderung. Der AWO Bundesverband teilt mit: „Nur noch 45,7 Prozent der Weltbevölkerung lebten laut Demokratieindex im vergangenen Jahr in einer Demokratie. Dabei ist in den vergangenen Jahren der Anteil autoritär regierter Staaten stetig gestiegen. Doch auch in Deutschland zeigen rechtspopulistische Tendenzen in Teilen der Bevölkerung, gesellschaftliche Verwerfungen während der Corona-Krise und der Krieg in der Ukraine, wie wichtig es ist, sich immer wieder für die Demokratie einzusetzen“.

Um vor Ort für ein demokratisches Miteinander, Vielfalt und Beteiligung einzutreten, veranstaltete die AWO Jugendberatung einen Graffiti-Workshop und bot das Format „Demokratie-Stehcafé“ am Nachmittag des 21. Juni 2022 für Jugendliche aus Bergisch Gladbach an. Für die Aktion lieferte das Atelier KLKS Schablonen mit Statements wie „Stop Racism“ und „Democracy for all“, die die Jugendlichen für ihre kreativen Werke verwenden konnten.

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Auch konnten sie ihre eigenen Ideen einbringen. Kurzerhand wurde auch mal ein Skateboard mit den strahlenden Farben besprüht.

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Zum Abschluss des Workshops gestalteten die Jugendlichen miteinander ein Bild mit vielen bunten Graffitis zum Thema Demokratie.

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Im „Demokratie-Stehcafé“, einem Format mit verschiedenen Fragekarten zu demokratischen, gesellschaftspolitischen und persönlichen Themen konnten sich alle Workshop-Besucher*innen zusammen mit den Mitarbeitenden der Jugendberatung austauschen. Das „Demokratie-Stehcafé“ wurde von der AWO Bezirksverband Mittelrhein entwickelt.

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