Seit 50 Jahren an der Seite der Kinder: Das Jubiläum in der AWO Kita Marie-Ansorge in Marienheide-Schöneborn. „Was bedeuten eigentlich fünf Jahrzehnte?“ Die Kinder und das Team der AWO Kita Marie-Ansorge hatten anlässlich des 50. Geburtstags ihrer Kita einen Einblick in die vergangenen Jahrzehnte genommen. Bei der Jubiläumsfeier der Einrichtung im Marienheider Ortsteil Schöneborn präsentierten sie dann kreative Gemälde und Basteleien mit buntbemalten CDs, glitzernden Roller-Blades oder Hippie-Bussen. Die Kinder zeigten außerdem einen Tanz zu Musik aus allen Jahrzehnten. Ermöglicht durch die Eltern der Kita hatte die Gummersbacher Tanzpädagogin Sina Jäckel diese Choreografie mit den Kindern eingeübt. „Das Tanzen vermittelt den Kindern nicht allein Spaß an Bewegung und Musik, sondern ebenso die Freude daran, etwas gemeinsam zu schaffen und aufzuführen“, sagte Sina Jäckel bei der Feier.
Kinder ernstnehmen und beteiligen
Fünf Jahrzehnte, das bedeute ebenso: zahlreiche Lebenswege und viele erste Freundschaften sowie ein großes Vertrauen und gutes Miteinander zwischen Eltern und Mitarbeitenden, betonte Kita-Leiterin Christina Besgen bei ihrer Begrüßung. „Unsere AWO-Werte wie Solidarität, Toleranz und Gerechtigkeit tragen wir nicht nur in die große Politik, sondern ebenso in unseren Kita-Alltag“, erklärte die Leiterin der dreigruppigen Kita. „Und das beginnt bei Kindern, die erfahren, dass sie auch ,Nein‘ sagen dürfen, dass sie ernstgenommen werden und den Alltag mitbestimmen können.“
Familien müssten daher weiterhin unterstützt werden, ergänzte bei der Feier Ralph Kühr, Präsidiumsvorsitzender des AWO-Kreisverbands Rhein-Oberberg. „Politik sollte sicherstellen, dass für Familien der Alltag mit Kindern lebenswert und leistbar ist.“ Dazu gehöre eine pädagogische Begleitung bei der Bildung und eine große Wertschätzung für die bildende Arbeit des Personals. Kühr erinnerte an die Gründung der Kita im Jahr 1976: „Nach der kommunalen Gebietsreform wurde damit für eine ortsnahe Betreuung der Kinder in Schöneborn gesorgt.“ Da der Ort bis zur Reform zur damaligen Kommune „Gimborn“ gehört habe, galt es damals insbesondre den Kindern aus dem Leppetal die Möglichkeit eines Kindergartenbesuchs in zumutbarer Nähe zu bieten. Bis 1995 wurde die Kita unter Trägerschaft der Gemeinde Marienheide betrieben, dann übernahm die AWO Rhein-Oberberg den Betrieb.
Großer Dank an alle Engagierten
Kühr erinnerte an die Politikerin Marie Ansorge (1880-1955), Namensgeberin der Kita und Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt. Die Gewerkschafterin und Sozialdemokratin gehörte bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten dem Deutschen Reichstag an, später wirkte sie im Deutschen Bundestag mit. „Sie hat sich dabei stets für die Belange von Frauen und Kindern eingesetzt“, sagte Ralph Kühr. Er bedankte sich abschließend bei Elternbeirat, Marienheider Bürgerstiftung, der Gemeinde Marienheide und dem AWO-Ortsverein Marienheide-Wipperfürth dafür, dass diese sich heute für die Kinder engagierten.
Das sei ein selbstverständliches Anliegen, betonte Elisabeth Dusdal als stellvertretenden Bürgermeisterin: „Denn es gilt die Kinder durch alle sich verändernde Zeiten für das Leben zu stärken.“
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